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USA 2004 - 2007

Text & Fotos: Enrico Stirl

    
Vorab: Dies ist bislang der mit Abstand umfangreichste Reisebericht. Aber bei 2.649 km quer durch den Südwesten der USA ist das auch logisch. Gerade noch rechtzeitig vor Reisebeginn gab meine 1-GB-Foto-Speicherkarte mit der Bemerkung "Kartenfehler" ihren Geist auf. Gerade noch rechtzeitig, um sie gegen eine neue einzutauschen und gerade noch rechtzeitig, um sich während des gesamten Urlaubs immer wieder die Frage zu stellen, was tun, wenn dies zum Ende des Urlaubs wieder passiert und alle Aufnahmen unwiederbringlich verloren sind? Ist aber nicht passiert. Deshalb gibts jetzt auch ganz viele bunte Bilder zu sehen.
    
Ansonsten hab ich versucht, noch ein paar technische Verbesserungen einzubauen. So lässt sich jetzt das eine oder andere auch anklicken. Einfach ausprobieren. Und immer daran denken: Ich bin auch nur ein

    
Noch halb in der Nacht müssen wir los, da der Lufthansa-Flug nach Frankfurt/M. bereits um 6.00 Uhr früh in Dresden startet. In Bankfurt angekommen, erreichen wir bereits nach wenigen km den Abflugschalter von United Airlines. Wie schon letztens bei Air France, eine Boeing 777 mit dem erstklassigen In-Seat-Entertainment-System (d.h. jeder Sitz hat seinen eigenen LCD-Bildschirm mit mehreren Programmen). Da vergeht die Zeit wie im Fluge (wie soll sie auch sonst in einem Flugzeug vergehen?). Außerdem wurden wir kostenlos in die Economy Plus gebucht, was sich spürbar in den Platzverhältnissen widerspiegelte. Im Flugzeug dann wieder das Ausfüllen der grünen Karten mit solch geistreichen Fragen, ob man die Absicht hat, sich an terroristischen Aktivitäten zu beteiligen („JA / NEIN / VIELLEICHT“). Vermutlich vertrauen die Amerikaner darauf, dass Osamas Gefolgsleute zwar elende Verbrecher sind, aber wenigstens ehrliche elende Verbrecher, die bei der Einreise alles ordentlich beantworten. In Chicago (Illinois) angekommen geht es durch die Immigration samt Fotos und Fingerabdrücken. Das letzte Stück von Chicago nach Las Vegas (Nevada) erfolgt mit United for Ted (seltsamer Name für´ne Fluglinie, könnte eher ein Wahlkampf-Slogan sein).

    
In Vegas dann als erstes zu Alamo. Da wir bereits zu Hause die erforderlichen Formulare per www ausgefüllt haben, können wir gleich den Express-Schalter nutzen. Nur ist der gar nicht besetzt. Auf Nachfrage erklärt man uns, dass sie zwar so einen Schalter haben, ihn aber gar nicht benutzen. Zum Glück sind nur drei Leute vor uns, so dass es doch noch recht zügig geht. In der Choice-Line die nächste Überraschung: Außer zwei Chevy HHR ist bei den Intermediates totale Ebbe. Das Design der HHR ist alles andere als mein Geschmack und vor allem haben beide keine Kofferraumabdeckung. Für eine Rundreise denkbar schlecht. Gerade als ich mich damit abgefunden habe, den einen der beiden zu nehmen, wird ein Chevy Malibu in die Reihe zurückgestellt. Ich gleich hin und den Alamo-Typen gefragt, ob ich den Malibu haben kann. Daraufhin antwortet der mit holprigen Latino-Akzent: "I don't speak English." Will der mich verschaukeln? Er zuckt mit den Schultern und zeigt auf seinen Kollegen, der in diesem Moment einen Pontiac G6 in die Reihe stellt. Noch besser. Noch ein Latino, aber der sprach fließend Englisch. Also Kindersitze und Koffer raus aus dem HHR und rein in den G6. Wir haben doppeltes Glück: der G6 ist ein GTP, d.h. Vollausstattung inkl. beheizten Ledersitzen, Klimaautomatik, Schiebedach, 3.9-Liter-V6 mit 244 PS, Viergang-Automatik mit Autostick, Fernstart und und und...
Weitere Infos und Bilder zu unserem Pontiac G6 GTP hab ich "hier" reingepackt.
Eine kleine Anmerkung zwischendurch: Der Zeitunterschied zwischen Deutschland und Nevada beträgt -9 Stunden. Fährt man von Nevada nach Utah, muss man die Uhr wieder um eine Stunde vorstellen. Fährt man dann weiter nach Arizona, bleibt die Zeit eigentlich gleich der in Utah, es sei denn, es ist Sommer. Da muss man die Uhr in Arizona wieder eine Stunde zurückstellen (Arizona wendet keine Sommerzeit an). Fährt man dann jedoch innerhalb Arizonas in das Stammesgebiet der Navajos, muss dort die Uhr wieder eine Stunde vorgestellt werden, da die Navajos die Sommerzeit anwenden. Alles klar jetzt?!
"I wanna make a million Dollars, I wanna live out by the sea..."

    
Um es gleich vorweg zu nehmen: Mit dem Reich werden hat es auch diesmal in Vegas nicht geklappt.
Als Hotel haben wir wieder das Circus Circus ausgesucht, da wir beim letzten Mal nichts an diesem Hotel auszusetzen hatten. Kein Luxus-Hotel, aber preiswert, sauber & großes Badezimmer (und riesige Betten, genau richtig für die zahlreichen XXXL-Amerikaner). Außerdem verbringt man in Vegas ohnehin nur die wenigste Zeit auf dem Zimmer. Ein weiterer Vorteil ist der, dass wir uns nun nicht mehr so oft im Hotel/Casino verlaufen (das Circus Circus hat z. B. 3.800 Zimmer und die Casinos in Las Vegas haben die Eigenschaft, verwinkelt, verschachtelt und ohne Fenster zu sein). Das Fotografieren ist in den Casinos offiziell nicht gern gesehen. Um unnötigen Ärger zu vermeiden, mache ich nur ein paar Aufnahmen mit dem Mobiltelefon. Wie ihr seht, scheue ich kein Risiko, um euch einen Einblick in die Lasterhöhlen zu gewähren. :-)
Mir fällt auf, dass es in Sin City neben den relativ bekannten und        gängigen Shows immer wieder Konzerte mit alten Bands gibt, bei denen inzwischen selbst die        Groupies in den Wechseljahren sein müssten.
    
Seit April 2006 gibt es in Vegas eine neue Attraktion, welche sich "GM - The Drive" nennt und vor allem für Auto-Enthusiasten wie mich interessant ist. [Nachtrag: The Drive wurde Ende 2006 wieder geschlossen.] Gleich hinter dem Sahara Hotel befindet sich an der Ecke Sahara Ave. und Paradise Rd. ein Performance- und Off-Road-Parcours. Diverse Modelle von General Motors stehen hier zur Auswahl - darunter Highlights wie die neue Corvette C6, der Pontiac GTO, der Chevy SSR oder auch diverse Hummer, Suburban und Escalade. Da muss ich natürlich hin! Wo sonst hat man Gelegenheit, für lausige 10 Dollar ein paar Runden in einer 400-PS-Corvette zu drehen?! Also Alkoholtest machen, Führerschein zeigen, $ 10,- auf´n Tisch legen und dann hat man die Qual der Wahl. Ich entscheide mich für eine offene Corvette C6 (6.0 V8 mit 400 PS) und einen Hummer H2 SUT (6.0 V8 mit 325 PS). Die 2 Runden auf der Performance Strecke könnten insgesamt etwas größer und schneller sein (Distanz ist je Runde eine halbe Meile, also rund 800 Meter). Ist aber dennoch ausreichend, um beim Treten des Gaspedals einen kräftigen Tritt ins Kreuz und im Gesicht ein breites Grinsen zu bekommen. WAHNSINN! VIVA LAS VEGAS!
    
Das Off-Road-Gelände hat es ganz schön in sich. Man glaubt gar nicht, wie weit die Grenzen der Physik bei diesen automobilen Dinosauriern reichen. Beim fahren mit 40° seitlichem Neigungswinkel, hab ich das Gefühl, die Riesenkiste jeden Moment auf die Seite zu krachen. Wahrscheinlich seh ich etwas blass aus, denn meine freundliche GM-Assistentin (die deutschstämmige Großeltern hat, Sonntag heißt und kein Wort deutsch spricht) fragt mich grinsend "Are you OK?" Sure, aber ich bin sprachlos, was hier möglich ist.

Was man in Vegas ebenfalls unbedingt sehen muss, ist das "Wasserballett" vorm Belagio. Einerseits mit Grazie und Anmut andererseits mit schierer Kraft bewegen sich die Fontänen zur Musik. Am wirkungsvollsten natürlich nach Anbruch der Dunkelheit:

Das ist der Stratosphere Tower. Sieht ganz harmlos aus. Isser aber nicht. Der ist nicht nur 360 Meter hoch, sondern hat auf seiner Kuppel neben einer tollen Aussicht auch ein paar ganz schreckliche Dinge. Die Achterbahn vom letzten Mal ist inzwischen verschwunden. Macht aber nix. Dafür hat er nämlich etwas Neues. Da bezahlen die Leute auch Geld dafür, dass sie sich hinterher fast in die Hosen machen. Oder fast einen Herzkasper kriegen. Oder auch beides zusammen. Und das funktioniert so: Man sitzt in einem Wagen auf einer Rampe, die dann falltürartig nach unten wegkippt und einen über die Kuppel hinaus ins bodenlose schießt. Eine Frau im Wagen hat ganz laut und schrill gequiekt „HALT MICH FEST!!!! HALT MICH FEST!!!!“ Und was die Frauen in Las Vegas sonst noch so quieken, das erfahrt ihr ein andermal. ;-)

Ein Unterschied wie Tag und Nacht (zum vergrößern        anklicken):

So stellen sich die Amerikaner das Innere einer ägyptischen Pyramide vor ;-) Wer wissen möchte, wie es tatsächlich in einer aussieht, klickt hier und hier.
Leaving Las Vegas - weiter mit Teil 2


 
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